Meine Güte, war das gestern ein aufregender Tag!
Ich habe, wie angekündigt, Ginger wieder zurück zu den Rosettis gesetzt. Ein bisschen Angst hatte ich ja, dass die drei Wonneproppen Ginger zu arg bedrängen würden, aber dem war gottseidank nicht so. Jork hat sich ein Loch in den Bauch gefreut und hat Ginger erstmal wie wild angebrommselt und Betty und Roddy haben sie ignoriert, als hätten sie gar nicht bemerkt, dass sie weg war. Beim Abendessen zeigte sich dann, dass es die richtige Entscheidung war. Ginger hat so reingehauen, dass sie kurzzeitig fast 80 Gramm mehr wog. Das hat sich über Nacht zwar wieder relativiert, aber immerhin ist ihr Appetit wieder da. Vielleicht hätte man sie auch schon eher wieder zurücksetzen können, aber ich wollte einfach kein Risiko nach der schweren OP eingehen, da Ginger doch sehr geschwächt war. Hoffen wir mal, dass es nun nur noch bergauf geht mit unserem kleinen Goldschwein!
Nun zur zweiten Vergesellschaftung.
Ihr könnt euch ja sicher denken, um wen es geht. Genau, Esmeralda. Nachdem unsere Übernahmestelle ja leider absagen musste, was ihr nicht leicht fiel muss man dazu sagen, musste ja in Esmeraldas Sinne eine schnelle Lösung her. Da wir ja von Anfang an Bauchschmerzen hatten, bei dem Gedanken Esmeralda wieder abgeben zu müssen, nahmen wir uns vor, es nochmal mit einer Vergesellschaftung auf neutralem Boden zu versuchen. Zwar ist Kolja nicht da, aber ich war so motiviert von Gingers Vergesellschaftung, dass ich mich wagte und den Flur für die Balkonzausel zurechtmachte. Mit schön vielen Verstecken, einem großen Heuhaufen und viel Platz, sich aus dem Weg zu gehen. Dann holte ich mit klopfendem Herzen die Balkonzausel rein, rieb Esmeralda mit Balkonzauseleinstreu ab, damit ihr Geruch vielleicht nicht gleich an die missglückte Vergesellschaftung von früher erinnert und setzte alle zusammen. Spannung!
Zu meiner Überraschung ging Esmeralda nicht gleich auf die anderen los und biss um sich, klapperte sich aber einen Wolf. Und natürlich klapperten alle zurück. Aber die Balkonies ergriffen dann immer die Flucht und rannten vor Esmeralda weg, statt einen Angriff zu starten. Das stimmte mich schon positiv. Nach und nach wurde Esmeraldas Geklapper weniger und sie begann Kontakt zu den anderen zu suchen. Die waren aber erstmal ordentlich auf Abstand nach dem ganzen Theater. Chocolat versuchte es auf die “Ich stell mich tot”-Methode, das hatte aber nur den Erfolg, dass Esmerald genüsslich Chocos Strähnchen hinter den Ohren abknabberte, also auch noch ein Friseurschwein! Irgendwann liess dann das Geklapper auch seitens der Balkonzausel nach und Esmeralda näherte sich Irene.
Zur Abendbrotzeit konnten die 5 dann schon friedlich aus 3 verschiedenen Näpfen nebeneinander futtern. Die Nacht verlief recht ruhig, ab und zu hörte man es nur energisch brommseln. Vor dem Frühstück wurde dann Tiramisu ordentlich berammelt und inzwischen wehrte er sich dagegen nicht mehr. Das Frühstück wurde freundschaftlich geteilt, oder sollte ich besser sagen, Esmeralda nahm die besten Stücke immer den anderen aus dem Mund und die liessen sich das gefallen. Vielleicht bahnt sich da ja eine neue Chefposition an? Nach dem Frühstück habe ich dann alle, nochmal mit Herzklopfen, wieder auf den Balkon gebracht. Die Balkonzausel freuten sich und guckten erstmal, ob alles beim alten ist und Esmeralda war sehr begeistert und erkundete den Balkon eifrig. Dann war große Müdigkeit angesagt, jeder suchte sich ein Plätzchen zum schlafen, Esmeralda lag in der Nähe von Tiramisu und alles war friedlich.
Also, es hat sich doch gelohnt, mit frischem Mut eine neue Taktik auszuprobieren und es hat funktioniert. Manche Schweine scheinen eben doch die Sicherheit des neutralen Bodens zu brauchen um nicht gleich alles anzufallen, was sich bewegt. ;-) Also Esmeralda kann, wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, bis an ihr Lebensende, was hoffentlich noch weit entfernt ist, bei uns und den Balkonzauseln bleiben! *freu*